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Aus der Geschichte des Musikvereins "Lyra" Obernheim

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Schon immer herrschte in Obernheim reges musikalisches Leben. Bereits um die vorletzte Jahrhundertmitte wird der damalige Adlerwirt Matthias Nestel (Schultheiß 1853 - 1857) als Leiter einer Musikkapelle genannt, die bei Hochzeiten und anderen Festlichkeiten aufspielte. Nach seinem Tode übernahm Johannes Heinemann seine Nachfolge. Heinemann spielte während seiner Militärzeit in der Kapelle Schnekenburger in Tübingen und machte als Musiker den deutsch-französischen Krieg 1870/71 mit. Nach seiner Rückkehr spielten unter seiner Leitung noch Johannes Wäschle (Mesner), Gabriel Wäschle (Bauer), Gustav Moser, Johannes Moser (Herberts Sohn) und Gabriel Moser (Kajetans Sohn) mit. Später traten jüngere Kräfte in die Reihen, so Alex Mauthe (Schmied), Jakob Wohlfahrt (Bauer) und Ignaz Hafner. Nach dem Wegzug von Johannes Heinemann, nach Röhrenbad bei Heiligenberg, übernahm Oberlehrer Schnell die Leitung der Kapelle, unterstützt von Lehrer Anselm Sauter und Unterlehrer Edelmann (später Ellwangen bei Leutkirch) von dem auch noch handgeschriebene Noten existieren.

Bereits 1869 finden sich Anzeigen und Berichte im Heuberger Boten über musikalische Auftritte bei einer Sekundizfeier für Papst Pius IX., oder beispielsweise 1873 die Fahnenweihe des Militärvereins, 1875 Königs Geburtstagsfeier auf dem Hexenbühl, dann eine Erinnerungsfeier des Militärvereins mit feierlichem Requiem, sowie 1893 die Fahnenweihe des Liederkranzes und andere Festlichkeiten.

Diese Berichte führten zu dem Schluss, dass die Militärvereine in Ihrer Hochblüte eigene Musikkapellen unterhielten, die in der Folge zur Gründung von eigenständigen Musikvereinen führten.

Um die Jahrhundertwende zogen Wanderlustige und Arbeitssuchende in die nahegelegene Schweiz, um dort ihr Brot zu verdienen. Die kargen Erträge der damaligen Landwirtschaft reichten nicht für alle aus. Auch in der Fremde pflegten sie das musikalische Erbe. Unter ihnen waren: Simon Sauter, Josef Essigbeck, Mathias Baisch, Eduard Moser und Melchior Gehring. Immer waren die Instrumente ihre treuen Begleiter. Bei ihrer jährlichen Rückkehr im Herbst konnten sie der hiesigen Kapelle wertvolle Anregungen und Hinweise liefern. Die Leitung dieser Kapelle hatte Simon Sauter. Verstärkt durch junge Kräfte konnte sie ihren guten Ruf noch verbessern.

Es waren neu hinzugekommen: Anton Helble (später Dirigent), Polykarp Moser (Waldschütz) und Alois Moser (Metzger). Später kam ein Schlagzeug (Pauke) hinzu, das von Alfons Heinemann und später von Longin Moser (Bauer) gespielt wurde. Weitere aktive Mitglieder traten bei: Konrad Schnee, Josef Wäschle (Bauer), Josef Wäschle (Gipser) gefallen, Franz Moser (Straßenwart), Dominikus Wäschle (Schreiner), Heinrich Wäschle (Schreiner), Michael Kille (Amtsdiener) und Hubert Moser, gefallen.

 Vereinsgründung im Jahre 1900

Fahnenweihe 1900.jpgAus der Musikkapelle wurde der Musikverein “Lyra” Obernheim gegründet. An der Spitze des neuen Vereins stand Oberlehrer Wamsler als Dirigent und Stanislaus Drissner als Vorstand. Der neue Verein entwickelte sich unter dieser Führung zusehends. Bereits im Jahre 1914 wagte man sich im edlen Wettstreit zu messen, und beteiligte sich in Truchtelfingen unter der Direktion von Simon Sauter am Preisspiel. Im gleichen Jahr noch wurde das Gaumusikfest in Schwenningen erfolgreich besucht.

Leider brach dann der unheilvolle 1. Weltkrieg aus. Innerhalb von Tagen waren mehr als die Hälfte der Aktiven eingezogen. Fünf bittere Jahre verstrichen. Leider kehrten zwei Aktive nicht mehr zurück. Hubert Moser fiel am 18. August 1916 an der Somme als Hornist und Josef Wäschle starb am 15. Juli 1918 bei Reims fürs Vaterland. Nur langsam sammelten sich nach dem 1. Weltkrieg die alten Kräfte. Im Winter 1919/20 rief Anton Helble die Schar der Interessierten zusammen und schaffte einen Neuanfang. Unter seiner Stabführung begann nun eine Zeit des Aufbaus und Fortschritts.

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